Bergstürze formten einen markanten Berg

Nach der letzten Eiszeit löste vor annähernd 8.000 Jahren ein Erdbeben einen riesigen Bergsturz an der Südflanke des Dobratsch aus. Damals kam nichts und niemand im  unbesiedelten unteren Gailtal zu Schaden. Anders verlief die Erdbeben-Katastrophe des Jahres 1348.

Ihre Vorgeschichte

Ihre Vorgeschichte deutet an, was der Klimawandel heute bei weiter steigenden Temperaturen und massiveren Regenfällen in den Alpen anrichten könnte. In den Sommern ab 1342 kam es immer wieder zu Kältewellen, starken Regengüssen und Überschwemmungen,  im Sommer 1347 zu anhaltender Kälte und Regenfällen. Ende September 1347 fiel zehn Tage lang Schnee. Im Karst des Dobratsch lockerte dieser Wechsel von Regenwasser und Eis den Fels so stark, dass er beim Beben vom Jänner 1348 zerbarst und als riesige Steinlawine zu Tal donnerte.

Die Gewalt dieses Erdbebens zerstörte Villach und wurde sogar noch 300 Kilometer entfernt -  in Bologna und in Ungarn -  wahrgenommen. Der Bergsturz staute die Gail im unteren Gailtal rund drei Kilometer weit zu einem zwei Quadratkilometer großen und 15 m tiefen See auf, der erst im 18. Jahrhundert wieder abgeflossen ist.

Tier- und Pflanzenwelt

Im Verlauf von 800 Jahren eroberte aber die Tier- und Pflanzenwelt die Steinwüste der „Schütt“ wieder zurück. Deshalb hebt sich die längst von Gebüsch und Wald überwachsene Steinwüste der Schütt so deutlich von der Umgebung ab. Sie ist unbewohnt und wird nur von der Autobahn durchschnitten. Einen hervorragenden Überblick über diese Folgen der Erdbeben gewinnt man von der Aussichtsplattform „Rote Wand“ beim Parkplatz 6 der Villacher Alpenstraße.

Der Dobratsch liegt nahe an einer tektonischen Bruchlinie, die Kranken spätestens seit der Römerzeit Heilung verschafft. In mindestens 1000 Metern Tiefe befinden sich jene „Boiler“, aus denen Thermalwasser in die Höhe gepresst wird und beim Warmbad Villach ans Licht tritt.

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