Der Dobratsch

Dobratsch heißt der  2,167 Meter hohe Gipfel über grünen Matten der „Villacher Alpe“. Dank seiner exponierten Lage zwischen Tälern der Drau und der Gail, den südlichen Kalkalpen und den Gletscherbergen sowie am Rand der Kärntner Seenplatte ist er Kärntens bester Aussichtspunkt. Warum sonst hätte der ORF 1971 einen 165 Meter hohen Sendeturm auf den Dobratsch gesetzt?

Die beiden größten Bergstürze in den Ostalpen

Seine markante Form erhielt der Dobratsch durch die beiden größten Bergstürze in den Ostalpen. Insgesamt sprengten zwei Erdbeben auf einer Breite von 12 Kilometern rund 530 Mio. Kubikmeter Fels aus der Südflanke des Dobratsch und verschüttete das untere Gailtal bis zu 80 Meter tief. Daher stammt der Name „Schütt“ für dieses Gebiet. Diese gigantische Masse entspräche einem 530 Meter hohen Turm auf einer Grundfläche von  einem Quadratkilometer.

Im Gestein des Dobratsch verbirgt sich außerdem eine erdgeschichtliche Rarität: Rund 200 Mio. Jahre alte, versteinerte Muscheln und Schneckengehäuse. Sie stammen aus dem „alten Mittelmeer“ Tethys, das vor 60 Mio. Jahren abzufließen begann, weil der Druck der afrikanischen Kontinentalplatte die Alpen buchstäblich in die Höhe quetschte.

An der Südflanke des Dobratsch und in der Schütt sind auch die Folgen des Klimawandels nachzuweisen. Im Verlauf der letzten 30 Jahre siedelten sich nämlich hier wieder mediterrane Pflanzen und Tiere an, die bei der Abkühlung des Klimas vor rund 500 Jahren südwärts „ausgewandert“ waren.
Diese Besonderheiten erklären, warum die Villacher Alpe und der Dobratsch als „Naturpark“ unter Schutz steht.

Infotafeln und Schaupulte entlang der Alpenstraße geben einen umfassenden Einblick in alle diese Raritäten der Natur in diesem Raum. Und zahlreiche Aussichtsplätze stellen sicher, dass Schaulust und Staunen voll auf ihre Rechnung kommen. 

Naturpark Dobratsch, Kärntens 1. Naturpark

Eingebettet in das herrliche Seenland Kärntens liegt der erste Kärntner Naturpark Kärntens, der Dobratsch, als östlichste Erhebung der Gailtaler Alpen. Die Schütt am Südhang des Berges ist das größte Bergsturzgebiet der Ostalpen und wird als Schmelztiegel der Natur bezeichnet.
Die artenreiche Fauna und Flora wird hier zusätzlich durch das trockenwarme Klima und die weitgehende Unberührtheit begünstigt. Als einziges Schutzgebiet Europas wurden hier die Schiliftanlagen abgebaut und durch ein "alternatives, sanftes und naturnahes Winterkonzept" ersetzt.

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