Die Geschichte der Straße
Der großartige Aussichtsgipfel des Dobratsch
Der großartige Aussichtsgipfel des Dobratsch regte bereits 1896 zur touristischen Erschließung an. Beeindruckt vom Erfolg anderer Zahnradbahnen in der Schweiz und in Österreich projektierten Techniker eine Zahnradbahn von Villach auf den Dobratsch „zur Hebung des Fremdenverkehrs“ und „weil die Bequemlichkeit des Hinaufkommens fehlt“. Der Plan scheiterte aber an Geldmangel. Gleiches widerfuhr 1907 der Idee, eine 18 km lange „Automobilstraße“ mit Höchststeigung von 12 Prozent und gewalzter Schotterfahrbahn anzulegen. 1910/11 stieß der Plan für eine Seilbahn von Nötsch über die Südflanke auf den Gipfel in eine neue Dimension vor.
1904 war nämlich in Grindelwald die erste alpine „Seilschwebebahn“ gebaut worden. Abermals fehlte das Geld. Doch schon 1912 plante ein unternehmungslustiges Komitee eine Straße von Villach auf den Dobratsch, die der gleichzeitig geplanten Seilbahn auf die Gerlitzen den Rang ablaufen sollte: Eine Straße käme doch viel billiger und zöge die wachsende Zahl der Autofahrer an. Diese Idee scheiterte 1914 am Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der 1918 für Österreich katastrophal endete. Um die fürchterliche Arbeitslosigkeit zu lindern, beschränkte sich 1923 ein neuer Plan darauf, bestehende Karren- und Almwege zu einer bescheidenen Schotterstraße aufzubessern. Abermals wurde nichts aus hochfliegenden Plänen, denn Italien setzte sich mit einem Einspruch durch: Vom strategisch herausragenden Dobratsch aus könnte die österreichische Artillerie den 70 km entfernten Bahnhof von Udine beschießen.
Unter dem Eindruck des touristischen Erfolgs der Dolomiten- und der Großglockner Hochalpenstraße wärmte Kärnten 1936 das Straßenprojekt wieder auf. Es endete wegen Geldmangels im Archiv. Nicht anders erging es 1949 einer verwegenen Idee: Bau einer Gondelbahn mit 60 (!) Kabinen „zur Wiederbelebung des durch den Krieg völlig ausgefallenen Fremdenverkehrs“.
1954 rang sich schließlich Kärnten dazu durch, die Kosten der Trassierung einer Straße zu übernehmen. Aber es verrannen abermals sieben Jahre, ehe die Finanzierung der Alpenstraße gesichert war. 1965 war das Werk geglückt – 69 Jahre nach dem ersten Anlauf. Die 16,5 Kilometer lange Alpenstraße kostete 23 Mio. Euro (Geldwert 2008), überwindet 1.202 Höhenmeter und bereicherte Kärnten um eine erstrangige touristische Attraktion - wie bis jetzt rund 5,5 Millionen Besucher beweisen.
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